Soforthilfe Erbfall – erste Schritte bei Nachlass, Erbengemeinschaft und Pflichtteil
Nach einem Todesfall stehen oft viele Fragen im Raum – und gleichzeitig laufen praktische Dinge weiter (Konten, Immobilien, Post, Fristen). Diese Soforthilfe gibt Ihnen eine schnelle Orientierung: Was jetzt sinnvoll ist, welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten und was wir für eine erste Einschätzung brauchen. Für die ausführliche rechtliche Einordnung und Vertretung finden Sie Details auf unserer Erbrecht-Seite.
Schnellkontakt:
Telefon: (0 41 71) 88 85-0 · E-Mail: info@kanzlei-suedertor.de · Kontaktformular: hier klicken
Wenn es Streit gibt oder Entscheidungen anstehen (z. B. Immobilie, Konten, Fristen): bitte telefonisch melden.
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1) Unterlagen sichern – ohne zu „sortieren“
Sofortmaßnahmen
- Alles sammeln, was vorhanden ist: Testament/Erbvertrag, Schreiben vom Nachlassgericht, Sterbeurkunde, Ordner/Unterlagen, Zugangsdaten (soweit rechtmäßig verfügbar).
- Post und E-Mails des Verstorbenen geordnet sichern (ohne etwas zu verändern).
- Eine einfache Liste anlegen: Banken, Versicherungen, Immobilien, laufende Verträge, Schulden – grob reicht zunächst.
Typischer Fehler: vorschnell Dokumente „aufräumen“ oder wegwerfen – später fehlen dann Nachweise.
2) Beteiligte klären – wer ist betroffen?
Sofortmaßnahmen
- Wer kommt als Erbe in Betracht? Wer könnte Pflichtteilsansprüche haben?
- Kontaktdaten der Beteiligten notieren (das erleichtert die Abstimmung).
- Wenn es mehrere Beteiligte gibt: Kommunikation möglichst sachlich und schriftlich halten.
Typischer Fehler: Diskussionen in Chatgruppen/WhatsApp eskalieren schnell und verhärten Positionen.
3) Konten, Verträge, Zahlungen – pragmatisch handeln
Sofortmaßnahmen
- Laufende Verpflichtungen notieren (Miete, Darlehen, Versicherungen, Pflege, Betriebskosten).
- Kontoauszüge/Abrechnungen sichern, soweit vorhanden.
- Nichts „privat regeln“ durch unklare Absprachen – lieber erst Überblick schaffen.
Typischer Fehler: Einzelne Beteiligte zahlen/nehmen Geld „im Vertrauen“ – das führt später oft zu Streit.
4) Immobilie im Nachlass – keine Schnellentscheidungen
Sofortmaßnahmen
- Grunddaten sichern: Adresse, Grundbuchauszug (falls vorhanden), Darlehen, laufende Kosten, Nutzung (bewohnt/leer/vermietet).
- Wenn mehrere Erben beteiligt sind: Nutzung und Kosten nicht informell „laufen lassen“, sondern früh strukturieren.
- Keine vorschnellen Zusagen zu Verkauf/Übertragung, bevor die Ausgangslage geklärt ist.
Typischer Fehler: jemand nutzt die Immobilie „einfach“, ohne klare Regelung – das ist ein häufiger Konfliktauslöser.
5) Streit oder Pflichtteil – erst Überblick, dann Strategie
Sofortmaßnahmen
- Wenn Konflikt droht: Kommunikation bündeln, keine Vorwürfe, keine langen Rechtfertigungen.
- Wenn Forderungen kommen (z. B. Pflichtteil): Schreiben sichern und nichts vorschnell anerkennen.
- Nachlassübersicht beginnen (Vermögen/Schulden) – das ist häufig die Grundlage für jede Lösung.
Typischer Fehler: zu früh Position beziehen („Du bekommst nichts / ich bin alleiniger Erbe“) ohne belastbare Grundlage.
Was wir für eine schnelle Ersteinschätzung benötigen
Soweit vorhanden, hilft Folgendes:
- Testament/Erbvertrag und Schreiben des Nachlassgerichts (Eröffnung/Protokoll)
- Sterbeurkunde
- grobe Nachlassübersicht: Immobilien, Konten, Versicherungen, Wertgegenstände, Schulden
- Angaben zu Beteiligten (Erben, mögliche Pflichtteilsberechtigte)
- Schriftverkehr untereinander oder mit Banken/Versicherern (falls schon vorhanden)
- 2–4 Sätze: Was ist passiert, wo klemmt es, was ist Ihr Ziel?
So geht es weiter (typischer Ablauf)
- Kurz klären, ob es eilt (Streit, Fristen, blockierte Entscheidungen, Immobilie/Konten).
- Unterlagen sichten und Nachlasslage grob einordnen.
- Strategie festlegen (Einigung/Vereinbarung oder konsequentes Vorgehen – je nach Lage).
Kontakt
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